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Geologie

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Geologische Lage des Riesengebirges

Das Riesengebirge breitet sich in 36 km Länge im tschechisch-polnischen Grenzgebiet aus. Die geografische Einzigartigkeit dieses höchsten Teilgebietes des Gebirgszuges der Sudeten ist unbestritten. In den klimatisch bewegten Zeiten des frühen Quartärs spielte das Riesengebirge die Rolle eines wichtigen Verbindungsgliedes zwischen den sich wiederholt öffnenden und schließenden Zangen der Eiszeitumklammerung aus nördlicher in südliche Richtung. Der äußere, die Staatsgrenze kopierende Riesengebirgskamm (Violík, Vysoké Kolo, Sněžka – Veilchenspitze, Hohes Rad, Schneekoppe) ragt höher auf. Der Einschnitt des Oberlaufs der Elbe (Labe) teilt den inneren Kamm in einen westlichen Teil (Lysá hora, Kotel – Kahler Berg und Kesselkoppe …) und östlichen Teil (Kozí hřbety, Studniční hora – Ziegenrücken, Brunnberg ...). Von diesen Kämmen breiten sich in südlicher Richtung Riesengebirgszweige aus (Heidelberg - Žaly, Planur - Zadní Planina und Rehorngebirge – Rýchory) aus.

Geologie und Geomorphologie

Das Massiv des Riesengebirges bilden überwiegend kristalline Schiefer proterozoischen und altpaläozoischen Alters, metamorphe Glimmerschiefer, Phyllite und Orthogneise, die nur selten von Quarziten, basischen Eruptivgesteinen oder kristallinen Kalkgesteinen abgelöst werden. Im Laufe der variskischen Faltung durchdrang ein mächtiger Granit-Pluton die damaligen Metamorphite und gab dem heutigen Hauptkamm seine Gestalt. Aus der Zeit dieser geologischen Umwandlungen stammen auch zahlreiche Erzlagerstätten. Während des heißen Klimas wurde das Riesengebirge schnell abgeschliffen und bekam seine rundlichen Formen. Zur letzten Hebung des Gebirgsmassivs kam es mitten im Tertiär, im Zuge der sog. Saxonischen Tektonik – als Reaktion auf alpine gebirgsbildende Spannungen in den Alpen und in den Karpaten. Das heutige Relief lässt sich als schollenartiges Bergland mit abgeflachter Oberfläche bezeichnen, dessen Gipfel die Überreste der ursprünglichen Form sind. Durch altquartäre Gletschermodellierung entstanden die charakteristischen U-Formen der Täler. Ihre trogförmigen Abschlüsse werden Kare bzw. Gruben genannt (Úpská jáma - Aupagrube, Kotelní jámy - Kesselgruben) – aus hydrologischer, botanischer, zoologischer, geologischer und geomorphologischer Sicht Orte von außerordentlicher Bedeutung. Periodische Tau- und Gefrierprozesse und der hiesigen Schuttfelder befinden sich im Riesengebirge seltsame Oberflächenformen, die ansonsten nur im hohen Norden vorkommen – sog. Frostklippen, bzw. Felstürme (Männersteine) sowie Felsstufen, Kryoplanationsterrassen (in der Umgebung der Wiesenbaude und des Brunnberges – Luční bouda u. Studniční hora), Polygonalböden (regelmäßige Vielecke auf den höchsten Kammlagen) oder auch aus gefurchte Böden an sanfteren Hängen.

Gewässer

Das Riesengebirge ist eines der bedeutendsten Quellgebiet in ganz Mitteleuropa. Hier ist der Geburtsort der Elbe (Labe), hier entspringen auch ihre bedeutenden Nebenflüsse (Mummel und Aupa – Mumlava, Úpa). Der Riesengebirgskamm bildet die Wasserscheide zwischen Ost- und Nordsee. Die in tiefen Tälern eingeschnittenen Flussbetten zieren häufig hübsche Wasserfälle (Elbfall, Pantschenfall – Labský u. Pančavský vovopád).Die Flussbetten weisen typische „Riesentöpfe“ (Strudellöcher) auf, die durch Wassererosion entstehen. Bemerkenswert sind auch die Wildbachverbauungen und -regulierungen an einigen Flüssen und Wildbächen, die mancherorts für die Holzschwemme erbaut wurden und anderswo als Hochwasser- und Erosionsschutz dienten und bis heute dienen. Auch die Elbtalsperre ist ein wasserwirtschaftliches Rückhaltebecken, das zum Hochwasserschutz dient. Natürliche stehende Gewässer gibt es in Form kleinerer Moorseen und -tümpel, die ins internationale Verzeichnis geschützter Feuchtgebiete aufgenommen wurden.

Klima

Das Riesengebirgsklima ist recht rau und wechselhaft, ja das Riesengebirge gehört zu den kühlsten, windigsten und regenreichsten Gebieten Tschechiens. Die mittlere Jahreslufttemperatur auf der Schneekoppe beträgt nur 0,2 °C. Das ganze Gebirge beherrschen feuchte und kalte Luftströmungen von der Nordsee und vom Atlantik. Hier wirken sog. anemo-orografische Systeme, infolge derer diese vorherrschenden Windströmungen über die Hochebenen in die im Windschatten liegenden Kare (Gruben) fallen. Eine häufige und attraktive klimatische Erscheinungsform im Riesengebirge – namentlich in den Herbst- und Wintermonaten – sind sog. Inversions- bzw. Temperaturumkehrsituationen, bei denen auf den Kämmen warmes und wolkenloses Wetter herrscht und die Täler in dichten Nebel gehüllt sind.